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Ich, Zukunft und digitale Souveränität

Digitale Dienste und intelligente Produkte stützen sich zunehmend auf die Verarbeitung von Daten, einschließlich persönlicher Informationen. Die meisten Smartphones geben standardmäßig Informationen über Apps an Unternehmen weiter, ohne den Nutzenden die Risiken verständlich zu erklären oder detaillierte Kontrollmöglichkeiten anzubieten. Nutzende sind oft überfordert und lesen gar nicht erst die komplex formulierten Datenschutzerklärungen oder Nutzungsbedingungen. Digital souverän sind Nutzende erst, wenn sie verstehen, welche Daten von ihnen gesammelt und zu welchem Zweck wie ausgewertet und weitergegeben werden. In der Forschung werden daher praktische Ansätze gesucht, mit denen eine solche Souveränität über die Interaktion mit einer Technologie erreicht werden kann. Wie diese interaktiven Ansätze zu einem besseren Miteinander und mehr Lebensqualität verhelfen, diskutieren Expertinnen und Experten, Bürgerinnen und Bürger und Vertreterinnen und Vertreter namhafter Organisationen.

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8:30 – 9:00 Uhr Virtuelles Einfinden

9:00 – 9:15 Uhr Begrüßung

  • Katrin Nostadt, Referat 616 „Interaktive Technologien für Gesundheit und Lebensqualität“, Bundesministerium für Bildung und Forschung

9:15 – 9:50 Uhr Keynote „Ich, Zukunft und Digitale Souveränität“

  • Prof. Dr. Judith Simon, Universität Hamburg

9:50 – 10:00 Uhr Pause

10:00 – 10:45 Uhr AUF EIN WORT

Die eigene Gesundheit ist ein zutiefst individuelles Thema, ist aber zugleich nicht erst seit Covid-19 und Herausforderungen rund um Testdaten und Impfzertifikate ein gesellschaftlich relevanter Komplex von medizinischen, administrativen und technischen Fragestellungen. Technologische Innovationen können sowohl Nutzerinnen und Nutzer und Patientinnen und Patienten als auch Personal und Expertinnen und Experten im Gesundheitsbereich wichtige Informationen zum eigenen Gesundheitszustand zur Verfügung stellen, Abläufe vereinfachen und die Versorgung für uns alle verbessern. So erreichen wir gemeinsam ein besseres Miteinander in der Gesellschaft.

In der Entwicklung und dem Einsatz solcher Technologien ist es jedoch besonders wichtig, die digitale Souveränität und Mündigkeit der Betroffenen zu fördern, gerade weil es sich um sensible personenbezogene Informationen und bisweilen intime Lebenssituationen handelt. Wie können wir Mensch-Technik-Interaktionssysteme entwickeln, die alle diese Herausforderungen beachten UND auch weniger technikaffinen Menschen mündigen Zugang zu Gesundheitsinnovationen geben? Welche Innovationen brauchen wir noch und wie können sie zu einem guten Miteinander beitragen – besonders in Krisensituationen wie der anhaltenden Pandemie?
Moderation: Sven Oswald

Expertenpanel:

  • Dr. med Sebastian Dries, Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST.
  • Ronald Fritz, CovPass Projektleiter, IBM
  • Prof. Dr. Cordula Kropp, Universität Stuttgart
  • Dr. Anika Heimann-Steinert, Charité – Universitätsmedizin Berlin

10:45 – 11:00 Uhr Pause

11:00 – 12:00 Uhr Parallele Breakout-Sessions

  • Breakout 1: Wie datensouverän fühlen wir uns in der heutigen Zeit? Auf der Spur von möglichen Mechanismen, um die Datensouveränität von Bürgerinnen und Bürgern zu steigern
  • Breakout 2: Vernetzter Datenschutz: Zwischen Selbst- und Fremdbestimmung?!
  • Breakout 3: Envisioning Privacy – Individuelle Handlungsmöglichkeiten für Privatsphäre offenlegen
  • Breakout 4: Datenökonomie und Apps: An welche Dienste verschicken Apps unsere Daten und wie finden wir das?
  • Breakout 5: Meine Daten in der öffentlichen Verwaltung: Digitale Souveränität zum Ausprobieren und Mitdiskutieren

Download: Breakout-Sessions

12:00 – 12:15 Uhr Pause

12:15 – 12:50 Uhr Flashback

  • Persönliches Resümee von Karl Olsberg (Autor) und Carsten Mell (Illustrator)

12:50 – 13:00 Uhr Abschluss

  • Katrin Nostadt, Referat 616 „Interaktive Technologien für Gesundheit und Lebensqualität“, Bundesministerium für Bildung und Forschung

Download: Programm

Bundesministerium für Bildung und Forschung

© Privat

Katrin Nostadt

Katrin Nostadt ist seit 2005 Referentin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, wo sie sich u.a. für die Zusammenarbeit mit China, für Klimaforschung in Afrika und Fachhochschulförderung und als deutsche Delegierte in verschiedenen europäischen Konsortien eingesetzt hat. Seit 2014 ist sie im Referat „Interaktive Technologien für Gesundheit und Lebensqualität“ tätig. Katrin Nostadt ist Magister der Germanistik und Anglistik mit Schwerpunkt auf interkulturelle Kommunikation und verfügt über einen MBA in European Asian Management. Sie lehrte Germanistik an der Sun Yat Sen Universität in Guangzhou, China, und engagierte sich als Leiterin des DAAD-Informationszentrums für deutsches Hochschulmarketing in Südchina.

Moderation

Sven Oswald
© Ricarda Spiegel

Sven Oswald

Sven Oswald gehört zur ersten Generation derer, die mit Computer im Kinderzimmer aufgewachsen sind. In seinem Fall war das ein Commodore C16. Als Journalist und Moderator beschäftigt er sich seit über 25 Jahren mit digitalen Themen. In verschiedenen öffentlich-rechtlichen Wissenschaftsformaten beschäftigte er sich bereits mit Robotik, KI und dem Zusammenspiel von Mensch und Maschine. Auch nach über 25 Jahren Radio-, TV- und Bühnenerfahrung ist es ihm jedes Mal eine Freude neue Aspekte und Fakten zu seinen Steckenpferdthemen kennenzulernen.

 

Keynote

© UHH/Nicolai

Prof. Dr. Judith Simon

Judith Simon ist Professorin für Ethik in der Informationstechnologie an der Universität Hamburg. Sie beschäftigt sich mit der Verschränkung ethischer, erkenntnistheoretischer und politischer Fragen im Kontext von Big Data, Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung im Allgemeinen. Judith Simon ist Mitglied des Deutschen Ethikrates, sowie verschiedener anderer Gremien für wissenschaftliche Politikberatung. Sie war Mitglied der Datenethikkommission der Bundesregierung (2018-2019).

Im Juni 2020 wurde ihr Routledge Handbook of Trust and Philosophy veröffentlicht.

Moderation Breakout-Session

Philipp Herrmann
© Fraunhofer IMW

Philipp Herrmann

Philipp Herrmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektleiter in der Einheit „Preis- und Dienstleistungsmanagement“ am Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie IMW. Nach dem Studium der Psychologie hat er als Projektleiter für eine führende Unternehmensberatung gearbeitet. Er unterstützte nationale und internationale Unternehmen der Software-, Internet- und Medienindustrie in Fragestellungen der Preis- und Produktstrategie. Diese Praxisperspektive nutzt er im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts „DaWID“, um nachhaltige Wertschöpfungsketten in der Datenökonomie zu erforschen.

Florian Lauf
© Fraunhofer ISST/Sascha Kreklau

Florian Lauf

Florian Lauf ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung „Healthcare“ am Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST in Dortmund. Zuvor absolvierte er sein Studium der Angewandten Informatik mit den Schwerpunkten Dienstleistungsinformatik und Robotik an der TU Dortmund. In einer sich digitalisierenden Welt nehmen persönliche Daten einen immer größeren Stellenwert an. Daher befasst sich Herr Lauf am Fraunhofer ISST mit aktuellen Fragestellungen der Datensouveränität. Zudem leitet Herr Lauf das BMBF-geförderte Projekt „DaWID“, welches sich mit der datensouveränen Einbringung von Bürger*innen in Datenökosystemen beschäftigt.

© Ruhenstroth

Miriam Ruhenstroth

Miriam Ruhenstroth ist Mitgründerin und Vorstandsmitglied des Institutes für Technik und Journalismus e.V. (ITUJ), das sich für Transparenz und Selbstbestimmung im digitalen Raum einsetzt. Sie leitet das Team hinter der Informationsplattform mobilsicher.de und hat das privacy tool „AppChecker“ ins Leben gerufen. Sie nahm als Sachverständige an zahlreichen Beratungen teil, unter anderem beim Verbraucherdialog der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, bei der Denkwerkstatt des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) und für das BMJV auf dem Korea-Germany Forum on Consumer Protection on Smartphones. Sie ist Diplom-Biologin und arbeitete vor Ihrer Zeit beim ITUJ als Wissenschaftsjournalistin. Ihre Beiträge sind in der Zeit, der FAS und vielen anderen Publikationen erschienen.

© Christiane Wegner

Christiane Wegner

Christiane Wegner arbeitet seit 2018 als Innovation Engineer bei der Mach AG. Sie studierte Angewandte Mathematik in Lübeck und arbeitete im Anschluss als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität zu Lübeck und forschte zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in den Neurowissenschaften. Bei der Mach AG betreut sie Projekte aus dem Joint Innovation Lab zu den Themen Digitalisierung und KI in der öffentlichen Verwaltung.

© Daniel Wessel

Dr. Daniel Wessel

Dr. Daniel Wessel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Multimediale und Interaktive Systeme (IMIS) der Universität zu Lübeck. Seine Forschungsinteressen umfassen mobile Medien, Evaluationen, E-Government, empirische Methoden im Bereich der menschzentrierten Entwicklung von Anwendungen, sowie generell der Schnittbereich von Psychologie und digitaler Technologie.

© RUB, Marquardt

Malte Elson

Malte Elson ist seit 2018 Junior-Professor und Leiter der Arbeitsgruppe „Psychologie der Mensch-Technik-Interaktion“ an der Ruhr-Universität Bochum. Seine Forschungsschwerpunkte sind Lernen und Problemlösen in der IT-Sicherheit, Medienwirkung und Lernen mit Medien, sowie psychologische Forschungsmethoden und Meta Science.

 

© Frank Woelffing

Prof. Dr. Claudia Müller-Birn

Claudia Müller-Birn ist Professorin für Human-Centered Computing am Institut für Informatik der Freien Universität Berlin. In ihrer interdisziplinären Forschung fokussiert sie auf Human-Machine Collaboration, d.h. der Gestaltung von co-adaptiven mixed-initiative Interaktionen. Ein übergeordnetes Anliegen ist ihr hierbei, zu einem partizipativen, werteorientierten Systemdesign beizutragen.

© Peter Sörries

Peter Sörries

Peter Sörries ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsgruppe Human-Centered Computing der Freien Universität Berlin. Er studierte Interaktionsdesign an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und forscht im Bereich der Gestaltung neuartiger Visualisierungs- und Interaktionsansätze mit den Schwerpunkten Privatsphäre, Risikovermittlung und Reflexion und deren Einfluss auf eine individuelle und souveräne Datenweitergabe.

Podium "Auf ein Wort"

© privat

Dr. Anika Heimann-Steinert

Dr. Anika Heimann-Steinert studierte und promovierte im Bereich der Gesundheitswissenschaften. Seit 2012 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Klinik für Geriatrie und Altersmedizin der Charité. Innerhalb der Klinik leitet sie seit 2017 die interdisziplinär zusammengesetzte Arbeitsgruppe Alter & Technik. Als Projektleiterin zahlreicher öffentlich geförderter Projekte vereint sie mit ihrer Arbeitsgruppe zwei wesentliche Entwicklungen der Gesellschaft: der demografische Wandel und die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Die Projekte zielen darauf ab digitale Lösungen für ältere Menschen benutzerfreundlich zu entwickeln und dabei alle relevanten Steakholder wie pflegende Angehörige, medizinisches und pflegerisches Personal sowie Betreuungsdienste einzubinden.

© Universität Stuttgart

Prof. Dr. Cordula Kropp

Prof. Dr. Cordula Kropp, Universität Stuttgart, ist Soziologin mit einem langjährigen Schwerpunkt in der nachhaltigkeitsorientierten Forschung zu gesellschaftlichen Naturverhältnissen, Innovationen und soziotechnischem Wandel. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte umfassen den laufenden Infrastrukturwandel (bspw. Energiewende, Verkehrswende, Automatisierung und Vernetzung), die Bedeutung der digitalen Transformation in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen (wie Gesundheits- und Bauwesen, Mobilität etc.) und ihre resiliente Gestaltung. Im Rahmen des TechnikRadar hat sie zuletzt eine Studie zur Wahrnehmung der digitalen Transformation des Gesundheitswesens bei verschiedenen Stakeholdern durchgeführt.

Graphic Recording

Carsten Mell
© Carsten Mell

Carsten Mell

Carsten Mell wurde 1974 in Köln geboren, studierte Design in Düsseldorf. Seit 1995 ist er hauptberuflich Illustrator, für Kunden aus aller Welt (SPIEGEL-Titelbild, Welt am Sonntag, Warner Brothers, BMW, Lufthansa u. v. m.). Er lebt in Rösrath im Rheinland.

Externer Beobachter

Karl Olsberg
© Dr. Karl-Ludwig von Wendt

Karl Olsberg

Karl Olsberg ist das Pseudonym von Dr. Karl-Ludwig von Wendt, geboren 1960. Er studierte Betriebswirtschaftslehre, promovierte über KI-Anwendungen und gründete mehrere Start-ups, für die er unter anderem mit dem „eConomy-Award“ der Wirtschaftswoche ausgezeichnet wurde. Olsberg veröffentlichte über 50 Romane, Kinder- und Jugendbücher, darunter den SPIEGEL-Bestseller „Das System“ und das für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominierte „Boy in a White Room“. In seinen Büchern und auf seinem Blog www.ki-risiken.de setzt er sich kritisch mit aktuellen Entwicklungen künstlicher Intelligenz auseinander.